Neun deutsche Boote bei der WM der Melges 24


Mit neun Booten waren die deutschen Melges-24-Segler bei der Weltmeisterschaft in Villasimius im Süden Sardiniens angetreten. Das beste Ergebnis erzielte der Mainzer Peter Karrié, der mit neuem Boot und neuer Crew (Martin Schollmayer und drei Italiener) auf der „Nefeli“ (GER 859) auf Rang zwölf segelte. Zweitbestes deutsches Boot war die „White Room“ (GER 677) der Tutzinger Familie Tarabochia (Steuermann Luis, Michael und Marco) mit Sebastian Bühler und Veronika Schlögl auf Rang 22. Das für den YC Langenargen und den DTYC startende Team war Achter in der Amateur-Wertung. 

In die erste Hälfte der 61 Boote segelten auch die „Kleine Rainbow“ von Bent Dietrich (25.), die „Slippery When Wet“ von Tim Köppe (31.). Mit einem Zuschuss hatte die Klassenvereinigung das Stralsunder Studenten-Team von Lennart Burke unterstützt, das mit „Leika“ auf Rang 35 kam, unmittelbar hinter „Musto Racing“, die diesmal Oliver Oczycz (BYC) steuerte. Die „Phonobloc“ (Thomas Beck) kam auf Rang 49, die Ballyhoo Reloaded“ (Martin Thiermann) auf 56 und die „Ace“ (Victor Pruchniewski) auf 60.

„Es war eine extrem harte Regatta“, so Michael Tarabochia über Bedingungen und Konkurrenz. Der Vorsitzende der deutschen Klassenvereinigung war stolz darauf, dass die GER-Flotte bei einem bestens besetzten Feld immerhin fünf Top-Ten-Platzierungen segelte, darunter Dietrich einen zweiten Platz. „Das Feld ist sehr ausgeglichen“, sagte schon am ersten Tag der gerade führende Italiener Andrea Pozzi (mit „Bombarda“ am Schluss Dritter). Moderater Wind am Anfang, Flaute am zweiten Tag, Mistral am dritten und dann zwei Tage mit Ostwind – da konnten elf Wettfahrten gesegelt werden. In die Wertung kamen aber nur zehn: Die dritte Wettfahrt am ersten Tag wurde von der Jury annulliert. Die Wettfahrtleitung hatte bei Black Flag nicht alle Frühstarter-Boote erkannt. Einige protestierten sich mit Drohnen-Aufnahmen zurück in die Wertung, ehe die Jury das ganze Rennen aus der Wertung nahm, was natürlich zu großen Diskussion ohne weitere Änderungen führte.

„Der böige Mistral war weniger unser Problem“, so Steuermann Luis Tarabochia, „eher der Ostwind, der an den letzten beiden Tagen übers Land kam. Die Dreher waren schwierig vorhersehbar und lang anhaltend. Da war eine Seite gleich mit drei- bis vierhundert Meter bevorteilt.“ Voll des Lobes war der junge Steuermann über seinen Taktiker, der aus der einen oder anderen verzwickten Lage noch einiges herauszuholen half. „Man darf nicht in Panik verfallen, wenn man mal hinten ist. Kühlen Kopf behalten – dann kann man auch mal wieder 20 Boote nach vorne fahren“, so Sebastian Bühler. Nicht nur ihm passte das Barfuß-Segeln in Shorts Anfang Oktober: „In Villasimius hat es im Herbst noch richtig gute Bedingungen.“ 

Weltmeister wurde die „Maidollis“ des Italieners Gianluca Perego vor der „Monsoon“ des US-Amerikaners Bruce Ayres. Während für das Gros der deutschen Melges-Segler die WM der Saison-Abschluss war, gingen vereinzelte Boote von Sardinien aus auf große Fahrt, zur Winterserie in den USA.

Volker Göbner

Worlds Sardinien/ Villasimius BERICHT GER 612, Laika

Wer ein besonderes Event segelt, muss sich dafür auch einem besonderen Aufwand stellen. Für uns begann dies bereits mit einem weiten Weg von über 1700 km, 24 h Autofahrt und 8 Stunden auf der Fähre, den wir hochmotiviert zur Worldchampionship 2019 in Villasimius (Sardinien) zurücklegten. An dieser Stelle möchten wir uns einmal ganz herzlich für die Unterstützung bei der deutschen Klassenvereinigung bedanken, die uns die Teilnahme ermöglichte. Neben der zeitlichen Beanspruchung erfordert eine Regatta wie diese auch einen hohen finanziellen Aufwand, den wir als Schüler und Studenten nicht ohne Hilfe stemmen können. 

Bei traumhaften Wetterbedingungen fanden wir zunächst jedoch keinen guten Start in die Regatta. Schwierige taktische Bedingungen und zu lasche Starts ließen uns im hinteren Mittelfeld hängen. Dazu kam eines der stärksten Felder im internationalen Regattasport, welches uns keine Fehler verzieh. Doch an Aufgeben war nach drei Wettfahrten noch lange nicht zu denken. Aus den Fehlern wurde gelernt, die Ziele neu gesteckt und sich an den nächsten Tagen stetig verbessert. 

Eine Besonderheit dieser WM war sicherlich die Anzahl der abgebrochenen Starts. Einerseits war es schon nervenaufreibend nach einem perfekten Wettfahrtsauftakt zurück zur Startlinie zu segeln und alles wiederholen zu müssen. Andererseits war dies jedoch im Nachhinein für uns ein perktes Training, denn wir wurden an der Startlinie von Mal zu Mal mutiger. Und das zahlte sich aus. Am letzten Wettfahrttag verbesserten wir uns konstant in jeder Wettfahrt und segelten im letzten Rennen einen sehr angenehmen 23. Platz ein. Damit schoben wir uns am Ende noch auf einen 35. Platz (von 61) in der Gesamtwertung und damit auf einen 17. Platz (von 36) in der Amateurliste nach oben.

Natürlich hatte der Eine oder Andere mit einem besseren Endergbnis gerechnet, doch nach unseren anfänglichen Problemen und in Anbetracht der Professionalität der Konkurrenz sind wir abschließend doch sehr zufrieden mit unseren Leistungen.

Für nächstes Jahr steht die EM in Portorož schon ganz dick auf unserer Regatta-Liste. Dann werden die Karten wieder neu gemischt und wir freuen uns auch dort wieder in einer der stärksten internationalen Klassen zu behaupten. 

Heißer Herbst für die Melges 24

International bestens besetzt sind die großen europäischen Regatten der Melges 24. Zur Pre- worlds waren schon einmal 24 Teams in Villasimius (an der Südostspitze Sardiniens nahe Cagliari). Drei Tage mit unterschiedlichsten Bedingungen forderten die Teams: Mal Wind bis 20 Knoten mit einer steilen Welle, mal leichter Wind mit langer Dünung. Nach acht Wettfahrten hatte das Team des Italieners Andrea Pozzi auf „Bombarda“ klar vor seinem Landsmann Marco Zammarchi gewonnen. Die deutsche Klassenvereinigung wurde von drei Booten, Nefeli von Peter Kar- riere, Phonoblock von Tom Beck und White Room von Michael Tarabochia vertreten. In der Corinthian-Wertung (Amateure) konnte White Room Platz drei erkämpfen – trotz Ausfall von Trimmer Marco wegen Seekrankheit bei hoher Welle am letzten Wettkampftag. Stark erkämpfte sich Nefeli mit den Plätzen 3 und 5 am letzten Tag den achten Platz in der Gesamtwertung. Phonobloc hatte Pech – schon vor dem ersten Rennen wurde der Kite beschädigt.
Für die Weltmeisterschaft in der zweiten Oktoberwoche in Villasimius waren 62 Mannschaften aus 15 Nationen gemeldet, darunter zehn aus Deutschland (wir werden berichten).
Ein für die Jahreszeit „heißes“ Wochenende erlebten auch die elf Mannschaften (13 Boote waren gemeldet), die am gleichen September-Termin zur German Open der Melges 24 im Rahmen der Oktoberfestregatta zum Bayerischen Yacht-Club nach Starnberg gekommen waren. Sommerliche Temperaturen (also bestes „Wiesn-Wetter“), aber kaum Wind – und so konnten nur zwei Wettfahrten gesegelt werden. Auf Rang eins mit zwei zweiten Plätzen die „Bloodhound“ von Jo Schwarz (YCL) vom Bodensee mit einem Punkt Vorsprung vor der „Feel Free“ von Benjamin Köhle. Noch einen Zähler mehr hatte Bernd Krüger (BYC) mit dem „BatBoat“ auf Rang drei.
Wir gratulieren Neumitglied Jo Schwarz zum perfekten Einstieg!

German Open im BYC

Erfreulicherweise haben zwölf Boote im wesentlichen zusammengesetzt aus den zwei großen Flotten vom Starnberger See und Brombachsee, sowie ein Boot vom Bodensee gemeldet. Die Eigner werden im Namen der Klassenvereinigung gebeten rechtzeitig an die Bezahlung ihrer Mitgliedsbeiträge für 2019 zu denken. Es ist ein Betrag in Höhe von 128 € auf folgende Kontoverbindung unter Angabe von Name und Segelnummer, sowie Bootsname zu bezahlen: Deutsche Melges 24 Klassenvereinigung Sparkasse Landsberg-Diessen, DE22 7005 2060 0022 1995 66 Vielen Dank! 

Bericht Attersee 31.8.-1.9.2019

Sechs Boote aus Süddeutschland vom Starnberger See und vom Brombachsee meldeten für ein traumhaftes Wochenende bei nicht erwarteten sehr guten Segelbedingungen. Letztendlich gegen neun Boote an den Start. Am Samstag konnten vier Wettfahrten und am Sonntag eine gesegelt werden. Die letzte Wettfahrt hat es in sich, denn wer den frischen Wind auf der rechten Seite nicht erkannt hat der blieb gnadenlos stecken. Der gastgebende Club tat ein übriges um die Segler glücklich zu machen Wettfahrtleitung und Bewirtung waren einfach perfekt. 
Es gewann die ‚white room‘ gesteuert von Luis Tarabochia vor der ‚Phonobloc’von Tom Beck. Fünfte wurde die GER 327 von Martin Thiermann. Platz 7 belegte GER 730 von Marcus Möhrchen und Platz 9 die GER 647 von Victor Pruchniewski.

Bilder des Events: Link